Der tägliche Luther
6. Februar
Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel.
Matthäus 23,37
Siehe, wie die normale Henne es tut: Es nimmt sich kaum ein Tier seiner Jungen so getreulich an. Sie verwandelt ihre natürliche Stimme und nimmt eine jammernde und klagende Stimme an. Sie sucht, scharrt und lockt die Küken. Wo sie was findet, da isst sie es nicht, sondern lässt es den Küken. Mit ganzem Ernst schreit und ruft sie gegen den Geier und breitet ihre Flügel so willig aus und lässt die Küken unter sich und über sich steigen, mag sie auch darunter leiden, und ist dir ein feines, liebliches Bild. So hat auch Christus eine jammernde Stimme angenommen, für uns geklagt und Buße gepredigt, jedermann seine Sünde und Jammer angezeigt, aus ganzem Herzen gesucht in der Schrift, lockt uns hinein und lässt es uns essen und breitet seine Flügel mit aller seiner Gerechtigkeit, Verdienst und Gnade über uns (...).
Schriften, 47. Bd., S. 538
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Der oben zitierte Bibelvers nach der Übersetzung Martin Luthers entstammt der revidierten Fassung von 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, ©1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.