Der Tägliche Luther
Sonntag, der 10. Mai
Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, so viele ihrer sind.
Psalm 62,10
Hier fragst du: "Wie ist der Mensch nichts, wenn er doch Gottes Geschöpf und Kreatur ist?" Antwort: "David redet nicht von der Kreatur selbst, sondern vom Gebrauch der Kreatur." Das bedeutet: Der Mensch ist durchaus ein gutes Ding, man gebraucht seiner aber nicht recht. Wieso? Man will auf ihn bauen, ihm trauen. In solchem Gebrauch ist er jedoch nichts. Warum? Er ist seines Lebens und Herzens nicht sicher. Sand und Wasser sind auch gute Dinge. Aber wenn ich ein Haus darauf bauen wollte, wären sie nichts, ja, weniger als nichts. Dass ich aber Wasser trinke und mich wasche, das ist ein köstliches und nützliches
Ding. (...) Wer aber auf Menschen traut über das, dass er nichts findet, verliert auch das, das er darauf gesetzt hat. Und alle seine Hoffnung wird zunichte über dem Nichts, darauf er hoffte.
Schriften, 19. Bd., S. 579
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Der oben zitierte Bibelvers nach der Übersetzung Martin Luthers entstammt der revidierten Fassung von 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, ©1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.